Auf absehbare Zeit wird das Gelände zwischen der Bundesautobahn und der Millrather/Gruitener Straße das bleiben, was es gegenwärtig ist, nämlich landwirtschaftlich genutzte Fläche. Es zeichnet sich ab, daß nach Erklärungen der CDU- und der FDP-Fraktion auf eine „Verplanung“ dieses Bereichs verzichtet werden soll, zumal sich keine Chance erkennen läßt, die hochwertigen landwirtschaftlich genutzten Flächen zu erwerben. So stand es 1990 in der Zeitung.[1]

MillratherStr Richtg Norden bis Bhf,25%
Die Felder auf der einen und die Bebauung auf der anderen Seite der Millrather Straße. Links der Weg nach Krieckhausen. Oben rechts der Bahnhof. Foto (undatiert): Gruitener Archive/Hagel. 

Bekanntlich ist es dabei nicht geblieben. Schon knapp 10 Jahre später, Anfang 2000, hat die Stadt Haan eine Machbarkeitsstudie für das Gebiet „Südliche Millrather Straße“ in Auftrag gegeben.[2] Die Studie ergab eine Eignung des Gebiets für Gewerbe- und Wohnbebauung, und zwar mit eindeutigem Schwerpunkt für Gewerbe- und Industrieansiedlung.[3] Die Wohnbebauung wurde aber wegen der Lärmbelästigung durch die Autobahn schnell fallen gelassen.[4] 2004 war die Rahmenplanung schon weit fortgeschritten, wie der Plan oben (Titelabbildung) zeigt. Zu dieser Zeit war auch die Verlegung des Gruitener Sportplatzes in dieses Gebiet im Gespräch (im Plan ganz rechts am Kreisverkehr Champagne zu sehen). Am 25.1.2005 gab es im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal des Gruitener Bürgerhauses eine Informationsveranstaltung, über die in der Zeitung berichtet wurde, dass es zu den Planungen erhebliche Bedenken von Anwohnern, aber auch von Naturschützern und Landwirten gab.[5] Ende 2007 beschloss der Stadtrat, ein ca. 130.000 Quadratmeter großes Gewerbegebiet an der Millrather Straße zu entwickeln. Und die Firma Amada hatte bereits eine Teilfläche von ca. 30.000 Quadratmetern erworben.[6]

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AMADA-Bauschild, Foto: Stefan Sterner. 

Mitte 2008 waren die Ausschachtungen für die Amada-Gebäude im vollen Gange. Inzwischen hatte das Gewerbegebiet die Bezeichnung „Champage 2“ erhalten.[7] Aber diese Bezeichnung war nicht zu halten; es gab Proteste aus der französischen Champagne dagegen. Dass auf die „Champagne 2“ mal mit Champagner angestoßen wurde, half da nicht. Deshalb stieg man auf die neue Bezeichnung „Technologiepark“ um. 

Champagne2
Ausschnitte aus einem Foto der Stadt Haan, von mir neu zusammengesetzt.
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Blick auf den entstehenden Technologiepark, Foto: Stefan Sterner.
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Der AMADA-Bau entsteht, Foto: Stefan Sterner.
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AMADA-Bau, Foto: Stefan Sterner. 
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AMADA-Bau, Foto: Stefan Sterner. 

 

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Foto: Stefan Sterner. 
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AMADA, Foto: Stefan Sterner. 
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Blick über die Millrather Straße. Foto: Stefan Sterner. 
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Vorne rechts: Kreisverkehr Champagne, Mitte rechts: Windfoche, dahinter Millrather Straße. Foto (April 2018): Wolfgang Stötzner.
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Foto (Mai 2020): Wolfgang Stötzner.

Lothar Weller, 28.5.2020/18.6.2020


[1] Westdeutsche Zeitung, 14.7.1990, Artikel Auch die FDP-Fraktion will Freiflächen nicht verplanen von Georg Medricky. 

[2] CDU-Ortsverband Gruiten, Informationen zum Jahreswechsel 2000/2001.

[3] Wie Anm. 2, Informationen zur Jahresmitte 2001. 

[4] Wie Anm. 2, Informationen zum Jahreswechsel 2003/2004. Die Informationen zum Jahreswechsel 2007/2008 enthalten dazu abweichende Informationen: Seit […] der Kommunalen Neugliederung [also seit 1975!] gab es Überlegungen, die Ortsteile durch ein großflächiges Wohngebiet zu verbinden. Ein entsprechender Gebietsentwicklungsplan wurde aber 1999 nicht genehmigt, weil die Landesplanung den Bedarf für ein solches Gebiet nicht sah.

[5] Westdeutsche Zeitung, 27.1.2005, Artikel Zweifel an Prognosen und Plänen.

[6] Wie Anm. 2, Informationen zum Jahreswechsel 2007/2008. Als Gesamtfläche des Gebietes nannte die Westdeutsche Zeitung vom 2.12.2004 im Artikel Schritt für Schritt von West nach Ost 43,6 Hektar, die in drei Bauabschnitten bebaut werden sollte. In der Ausgabe vom 27.1.2005 (siehe Anm. 5) wurden 40 Hektar und in der Ausgabe vom 12.7.2008 (siehe Anm. 7) 38 Hektar genannt. Die Broschüre Technologiepark Haan/NRW der Stadt Haan von 9/2010 nennt eine Gewerbefläche von ca. 29,5 ha brutto und für den ersten Bauabschnitt eine Gesamtfläche von 13,4 ha.

[7] Wie Anm. 5, 12.7.2008, Artikel Hightech im Gewerbegebiet.