Das Titelfoto zeigt einen Teil des alten Wegs von Zu Bröckers ins Dorf. Alte Gruitener nennen ihn, so höre ich, Gadesweg oder so ähnlich. Er endete etwa dort, wo heute die kath. Bücherei steht. Die Kleine Düssel ist auf dem Foto nicht zu erkennen; sie verläuft links im Bild in der Nähe der Bäume, die vor Furthmanns Scheune (1982 aus ungeklärten Gründen eingestürzt, danach als Wohnhaus wieder aufgebaut) stehen. Der abgebildete Teil des Wegs ist nicht mehr vorhanden, aber jenseits der Dorfumgehungsstraße existiert er noch. 

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Blick in Richtung „Zu Bröckers“, rechts die Kleine Düssel. Foto: Archiv Breidbach, Bild c41.

Auf der linken Seite des Weges vom Dorf nach Zu Bröckers hatten früher einige Gruitener Familien kleine Gärten. 

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„Richartz‘ Gartenhaus“. Am oberen Bildrand verläuft die Osterholzer Straße. Foto: Gruitener Archive. 

Dort, wo der Weg das umfriedete Grundstück Zu Bröckers erreicht, befindet sich in der Mauer ein Stein mit den Jahreszahlen „1710“ und „1977“ (Abb. unten), dessen Bedeutung wir am Gruitener Geschichtsstammtisch noch nicht klären konnten. Wer weiß etwas darüber? (Nachtrag 26.10.2019: Die alte Mauer wurde 1977 renoviert und der Stein mit der Jahreszahl 1710 bei dieser Gelegenheit um 1977 ergänzt.[1])

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Der Stein mit den Jahreszahlen in der Mauer westl. der Gebäude „Zu Bröckers“. Fotos (2015) von mir.

Vor 1945 sah Zu Bröckers so aus:

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Ansichtskarte, „Zu Bröckers“ vor 1945, Gruitener Archive/Sammlg. Kadatz#649.

Der Vergleich mit den folgenden Fotos zeigt, dass aus dem linken Nebengebäude (Scheune mit der Jahreszahl 1714) ein Wohnhaus geworden ist und das Haupthaus (Mitte, 1866 auf altem Kellergewölbe erbaut) rechts zwei ganze Achsen verloren hat (die Tür ist noch am alten Platz, aber jetzt rechts außen und nicht mehr wie früher in der Mitte des Gebäudes). 

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Fotos (2006): von mir.

Der Grund für die Verkleinerung des Haupthauses: Die rechte Hälfte wurde durch einen Bombentreffer gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zerstört. Wieder aufgebaut wurde nur – man erkennt es noch immer an den helleren Ziegeln – der Teil mit der Haustüre und dem schmalen Fenster rechts davon. 

Der Hof Zu Bröckers ist uralt und wurde schon 1448/58 als Zu Bröcherß hauß urkundlich erwähnt.[2] 

Die Wiedenhofer Aue hat ihren Namen vom Wiedenhof (kath. Pfarrhaus), zu dessen Land sie gehörte. Aus einer alten Urkunde wissen wir, das hier schon 1494 die Kleine Düssel (die in der Urkunde keinen Namen hat) zur Bewässerung der Wiesen zwischen dem Wiedenhof und dem Hof Klutenberg gequallt (gestaut) wurde.[3]

Lothar Weller, 29.9.2019


[1] Information des Eigentümers.

[2] Archiv St. Nikolaus Gruiten, Offergerstenrolle von 1448/58.

[3] Archiv St. Nikolaus Gruiten, Vertrag Bröckers/Klutenberg, Martinsstag 1494.