Nur zwei undatierte Bilder von ihr sind bisher bekannt (Titelfoto und Abb. unten), aber mehr als drei Jahrhunderte lang war diese Brücke ein wichtiger Übergang über die Düssel beim uralten Hof Bracken. Wer vom Lokal Im kühlen Grunde eine kurze Strecke düsselabwärts geht, erreicht auch heute an dieser Stelle eine Brücke, aber es ist seit 40 Jahren nicht mehr die alte Bruchsteinbrücke, sondern eine „moderne“ Betonbrücke.

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Die alte Brücke. Foto: Archiv Breidbach k24.
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Die neue Brücke (1980), Foto: Gruitener Archive.
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Ganz rechts die neue Brücke (2011).

Weihnachten 1978 war die alte, durch Frostschäden geschwächte Brücke, deren Restaurierung schon geplant war, durch ein Düsselhochwasser so schwer beschädigt worden, dass sie sofort für jeden Verkehr gesperrt wurde. Die Presse berichtete, dass ein aufmerksamer Anwohner am Abend des ersten Weihnachtstages die Stadtverwaltung anrief und meldete, dass die Brücke einzustürzen drohe. Schon am zweiten Weihnachtsfeiertag wurde mit dem Bau einer zehn Meter langen, 1,20 m breiten provisorischen Holzbrücke über den noch bestehenden Teil des alten Brückengewölbes begonnen, um wenigstens den Fußgängerverkehr wieder zu ermöglichen.[1] Zehneinhalb Monate bestand das Provisorium, und die Anlieger mussten mit dem Auto lange Umwege fahren. Die alte Brücke wurde nicht wieder aufgebaut. Stattdessen wurde ein kompletter Neubau beschlossen. Mitte November 1979 fügte ein 100-Tonnen-Kran die vorgefertigten Teile der neuen Brücke zusammen, und einige Tage später wurde die fünf Meter breite Brücke mit einer 3,50 m breiten Fahrbahn für den Fahrzeugverkehr freigegeben.[2] 

Beim Abriss der alten Brücke wurden zwei Steine mit den eingemeißelten Jahreszahlen „1645“ und „1755“ sichergestellt.[3] Seither gilt 1645 als das Baujahr der alten Brücke und 1755 als ein Jahr, in dem die Brücke renoviert worden ist. Ein dritter Stein mit der Inschrift „W. Thielenhaus, W. Schrath, 1870“, dessen Herkunft und Bedeutung bisher nicht geklärt ist, aber wahrscheinlich ein weiteres Renovierungsjahr nennt, kam noch hinzu. Die drei Steine wurden auf der linken Düsselseite nahe der Brücke in einen Betonsockel gesetzt und stehen dort noch heute. 

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Die Steine neben der Brücke. Foto (1979): Gruitener Archive/Sammlg. Kadatz #549.

Um die Pflege dieser Steine kümmert sich dankenswerterweise die „Schutzgemeinschaft der Anwohner Ehlenbeck, Bracken, Schragen und nähere Umgebung“[4], und das ist von Zeit zu Zeit auch nötig, denn Wetter und Vegetation setzen ihnen zu, wie das folgende Foto zeigt: 

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Foto von 2004.

Lothar Weller, 8.9.2019 – Fotos: Gruitener Archive (Titelfoto: Archiv Breidbach, Bild k21) und zwei von mir (2004 und 2011).

PS: Wer hat noch Fotos der alten Brücke?


[1] Presseartikel vom 27.12.1978: „Düssel riß alte Brücke auf“ (vermutlich Rheinische Post oder Generalanzeiger/Westdeutsche Zeitung), Archiv Breidbach, Bd. 54, S. 34. 

[2] Presseartikel vom 15. und 16.11.1979: „Provisorium ist jetzt abgestellt“/“Brücke Bracken bald befahrbar“ (vermutlich Rheinische Post oder Generalanzeiger/Westdeutsche Zeitung), Archiv Breidbach, Bd. 55, S. 12.

[3] Presseartikel vom 15.11.1979 (wie Anm. 2).

[4] Rheinische Post online, 19.5.2015, Artikel „Heimatschützer pflegen Erinnerung an Vergangenheit“. 

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