Kaum zu glauben, aber es ist schon 10 Jahre her, dass der Brückenschluss für den zweiten Teil der Gruitener Umgehungsstraße (K20n) erfolgt und durch eine besondere Art der „Landgewinnung“ auch die Anbindung der Brücken-/Hochstraße gelungen ist. Das Titelfoto zeigt den Bauzustand Ende Mai 2009.

Aber zunächst ein Blick etwas weiter zurück: Anfang 2007 begannen die Arbeiten, um aus der Anliegerzufahrt auf der Nordseite der Bahnlinie eine Verbindungsstraße zur K20n auf Gruitens Ostseite zu schaffen. Noch im März 2007 (Abb. unten) war kaum zu erahnen, wie aus der Böschung längs der Bahnstrecke eine breite Straße werden könnte. 

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März 2007

Als dann zunächst einmal die Böschung abgebaggert und der Aushub weggeschafft wurde (Abb. unten), entstand der Eindruck, die Straßenverbindung würde „tiefer gelegt“. 

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August 2007
2007-08-03 K20n (2)30%
Nordseite der Bahnlinie, im Hintergrund die K20n, August 2007.

Aber das war nur die Vorbereitung für den Bau der Spezialmauer direkt an der Bahnlinie, hinter der dann das Erdreich bis auf das Niveau der Anliegerzufahrt wieder aufgefüllt wurde.

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September 2007
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September 2007
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Oktober 2007
2008-03-29 K20n am Bf.(1)#30%
März 2008

Fast zeitgleich wurde auch der K20n-Brückenschlag über die Bahnlinie vorbereitet.

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Blick von Norden über die Bahnlinie, Juni 2008.
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Links das Widerlager im Bau, das den Anschluss an die K20n auf der Nordseite bildet, August 2008.

Anfang 2009 wurde eine halbseitige Behelfsbrücke über die drei südlichen Gleise gebaut, um auch den Brückenpfeiler zwischen den Gleisen bauen zu können. Aber die eigentliche Herausforderung für die Brückenbauer war Ende April 2009 das Einpassen der vorgefertigten Brückenteile zwischen die Widerlager und über die Brückenpfeiler. „Tonnenschwerer Drahtseilakt“ überschrieb die WZ ihren Bericht dazu[1]. Und die RP hob mit „Lückenschluss in Nachtarbeit“[2] den Aspekt hervor, dass die riesigen Brückenteile in nur wenigen Nächten hintereinander jeweils zwischen 2.30 und 3.30 Uhr bei gesperrtem Bahnverkehr eingepasst werden konnten. Der gewaltige Kran, der die 18 bis 55 Tonnen schweren Teile in die richtige Lage zu bringen hatte, wog selbst über 300 Tonnen und konnte Lasten bis zu 500 Tonnen heben.[3]

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Foto: Paul Zimmermann, April 2009
2009-08-15 K20n-Brücke (2)#30%
August 2009

Im November 2009 wurde nach dreijähriger Bauzeit das rund 2 km lange Stück der K20n mit der über 62 m langen Brücke für den Verkehr freigegeben.[2+4] 

Lothar Weller, 1.9.2019 – Fotos: Paul Zimmermann (1), von mir (11).

PS: Eine umfangreiche Fotosammlung befindet sich hier: http://www.historisches-dorf-gruiten.de/index_station.htm (unter „K20n“).


[1] Westdeutsche Zeitung/Haan, 27.4.2009.

[2] Rheinische Post, xx.4.2009 (vor dem 25.4.)

[3] Haaner Treff, 29.4.2009.

[4] Rheinische Post online, 16.11.2009.

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