In Gruiten war er bekannt, bei den Arbeitern in Grube 7 wahrscheinlich sogar bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund, aber dass er der Star eines Artikels in einer englischen Zeitung werden würde, hätte wohl niemand erwartet. Und als es tatsächlich so kam, ahnte in Gruiten keiner etwas davon. Das änderte sich erst durch einen anonymen Brief aus England, dem der Zeitungsartikel beilag. Das ist jetzt 63 Jahre her, aber nicht nur Brief und Zeitungsartikel sind erhalten geblieben, sondern auch etliche private Fotos, auf denen der Hund abgebildet ist (z.B. das Titelfoto). Er war wohl der Liebling der Familie. 

Der Hund, der auf den Namen „Tell“ hörte, versorgte sein Herrchen Tag für Tag am Arbeitsplatz mit frischem Essen, das zu Hause gekocht worden war. Den Weg kannte „Tell“ und ging ihn schließlich ganz allein ohne Begleitung. Er trug auf dem Rücken ein extra angefertigtes Geschirr, in das links und rechts je ein Henkelmann mit der Essensration eingesteckt wurde, bevor er von zu Hause zur Grube 7 lief. 

Dort angekommen, entnahm sein Herrchen die Henkelmänner dem Tragegeschirr (Foto oben), und Tell lief später nach Hause zurück.

Und hier nun der englische Zeitungsartikel vom 25.11.1955 und der Brief, mit dem er nach Gruiten kam:  

Auch in die deutschsprachige Presse schaffte es die Geschichte über den Hund „Tell“. Ob vor oder nach dem englischen Bericht, ist nicht klar, denn der aus einer Zeitschrift ausgerissene Artikel „‚Tell‘ verwöhnt sein Herrchen“ ist nicht datiert. Das darin verwendete Bildmaterial ist jedoch weitgehend identisch mit dem des englischen Artikels, enthält aber auch ein anderes Foto, auf dem „Tell“ mit seinem Herrchen an dessen Arbeitsplatz abgebildet ist. Darunter steht: „Zur Belohnung bekommt ‚Tell‘ den Rest der Mittagsmahlzeit“.

Damit nicht genug: Alte Gruitener sind sich sicher, dass es über „Tell“ sogar einen Fernsehbericht gegeben hat. 

Lothar Weller / 26.11.2018 

Fotos, Presseartikel (Namen der Zeitung/Zeitschrift unbekannt) und Brief: Gruitener Archive. 

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