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Gruitener Geschichte(n)

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Ein kleines Gruiten-Quiz

Inzwischen gibt es über 200 Beiträge auf „Gruitener Geschichte(n)“. Wenn Sie mal testen möchten, wie viel Sie über Gruitens Historie wissen, dann geht das mit dem folgenden Quiz. Sollten Sie (versehentlich, versteht sich) eine falsche Antwort anklicken, kommen Sie automatisch zu dem Beitrag, der die Frage behandelt und die richtige Antwort enthält.

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Hervorgehobener Beitrag

1200 Jahre Gruiten in 120 Sekunden

Gruiten ist älter als früher gedacht. Seit 2013, als bei der Sanierung des alten Nikolausturms Skelette gefunden wurden, kann man von mehr als 1000 Jahren ausgehen, denn die Altersbestimmung der ältesten gefundenen Gebeine fällt in die Zeit von 720 bis 993 n.Chr.

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Hervorgehobener Beitrag

Seit 300 Jahren erklingen die Glocken von zwei Türmen

Solange es in Gruiten nur eine Kirche gab, läuteten nur die Glocken von ihrem Turm. Mindestens 200 Jahre lang, also über etliche Generationen hin war das so. Dann wurde 1719-21 weit unterhalb der alten St.-Nikolaus-Kirche eine zweite gebaut, die zum Herzstück des sich allmählich entwickelnden Dorfs wurde. Und jeder konnte sehen, dass diese neue Kirche der reformierten Gemeinde auch einen kleinen Glockenturm hatte. Aber der blieb stumm — nicht nur bei der Einweihung der Kirche, auch danach noch zweimal an Weihnachten, Neujahr, Ostern, Pfingsten und sonstigen Feiertagen. Für eine Glocke hatte das Geld, das für den Bau der Kirche gesammelt worden war, nicht mehr gereicht.

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Die Heinhauser Mühle mahlte kein Korn, sondern Steine

Die Heinhauser Mühle war eine Stampf- und Steinmühle, die Steinsplitt hergestellt hat. Die Jahreszahl über dem Eingang (1864) nennt nicht das Jahr ihrer Erbauung; es gab sie schon seit kurz vor 1850. Um 1900 wurde das Gebäude zur Kantine für Steinbrucharbeiter, und seit 1935 ist es ein reines Wohnhaus.

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Rückblick: Vor 25 Jahren wurde die neue Brücke über die Bahn gebaut

25 Jahre ist es nun her, dass die alte Brücke zwischen Brücken- und Hochstraße durch eine neue ersetzt wurde. Dieser Beitrag berichtet darüber (LINK).

Lothar Weller, 22.11.2022 – Foto (Behelfsbrücke zwischen Abriss der alten und Aufbau der neuen Brücke): Gruitener Archive/Bernd Töller.

Die Pest und das Gruitener Pestkreuz

„Als im Jahre 1665 in hiesiger Gegend die Pest verheerend herrschte, ließ [der kath.] Pfarrer Frechen ein Kreuz in der Kirche [Alt-St.-Nikolaus aus dem 12. Jh.] aufstellen, das fortan zur Erinnerung an diese böse Zeit die Bezeichnung Pestkreuz trug. Es hat in der neuen Kirche [Neu-St.-Nikolaus, erbaut 1877-79] in der Nähe des Taufsteins seine Aufstellung gefunden.“ Das schrieb Fritz Breidbach 19701 und ergänzte an anderer Stelle: „Die Kriegsunruhen [z.B. die des Dreißigjährigen Kriegs 1618-48] waren von der Pest begleitet. 1638 trat sie auf und dann wieder von 1662 bis 1668 und wütete damals auch in Gruiten. Überall stellte man Pestkreuze auf […]. 1676 wurde das ganze Bergische Land von einer Ruhrepedemie heimgesucht.“2

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Die Kanonenkugel von Gruiten

Kürzlich ist auf einem Feld in Gruiten eine Kanonenkugel (Kleingeschützkugel, kleiner als ein Tennisball, aber 334 g schwer, Titelabbildung und Abb. unten) gefunden worden, die dem 17. Jahrhundert zugerechnet wird. Dadurch wurde die Frage aufgeworfen, welchem Kriegsereignis dieser Fund entstammen könnte.

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Sommer- und Winterzeit vor 300 Jahren

Ein genau 300 Jahre altes Dokument aus dem Jahr 1722 lässt erkennen, dass es schon damals das Sommer-/Winterzeit-„Problem“ gab, es aber ohne Uhrenumstellung gelöst wurde. (In Gruiten gab es ja auch nur eine öffentlliche – ohne Zifferblatt! Mehr zu den öffentlichen Uhren in Gruiten: hier, LINK.) Gut ein Jahr nach Fertigstellung der reformierten Kirche im Dorf waren nämlich zwei Glocken in das von Anfang an vorhandene, aber zunächst leergebliebene Glockentürmchen gehängt worden, sodass sich die Gemeinde nun damit beschäftigen musste, wann diese denn geläutet werden sollten: Übers Jahr immer zur selben Zeit oder im Sommer früher als im Winter?

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Jetzt schlägt’s dreizehn: Wie kommt der Kirchturm ins Bild?

Gut dreizehn Jahre ist es her, da gab es für ganz kurze Zeit die Möglichkeit, ein Foto aufzunehmen, das einen Gruitener Kirchturm an einer scheinbar unmöglichen Stelle zeigt (Titelfoto). Aber welcher ist es: der Turm der alten oder der der neuen St.-Nikolaus-Kirche im Dorf? Und wieso konnte man ihn von dieser Stelle (Feld gegenüber der derzeit im Neubau befindlichen Gemeinschaftsgrundschule Prälat-Marschall-Str. 65) aus sehen?

Lothar Weller, 30.10.2022 – Foto (1.6.2009): von mir.

PS: Wer nicht drauf kommt, findet die Antworten hier (LINK).

Lambert Peuling: Ein unglückliches Lehrer-Leben

Über 150 Jahre nach seinem Tod (1840) erschien 1995 ein Buch mit einem langen Beitrag über den Gruitener Lehrer und Küster Lambert Peuling, der mit folgendem Satz endet: „Daß die Gruitener Schule [kath.] die schwierige Zeit einigermaßen überstand und somit trotz aller Gefährdungen überlebte, ist zwar nicht nur das Verdienst Peulings, sondern vor allem das der damaligen Pfarrer, aber es läßt sich auch nicht bestreiten, daß der Lehrer an diesem Ergebnis nicht unmaßgeblich beteiligt war und damit auf jeden Fall verdient hat, daß man sich an ihn erinnert.“1

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Vor 90 Jahren fiel der einst höchste Schornstein Deutschlands

1932 wurde der Schornstein des Kalkwerks Lindenbeck gesprengt. Er war das Wahrzeichen des Werks, das als „Wiege der industriellen Kalksteinverarbeitung in Gruiten“ gilt.

Die Sprengung des Schornsteins war der Schlusspunkt, denn das Werk Lindenbeck in der Senke nördlich der Bahnlinie beim alten Hof Ehlenbeck war bereits stillgelegt und seine Produktion in ein neues Werk auf der Anhöhe in der Nähe des alten Hofs Fuhr verlegt worden. Das neue Werk beherrschte von da an einige Jahrzehnte die Silhouette Gruitens aus allen Himmelsrichtungen.

Die Geschichte des Werks Lindenbeck habe ich beschrieben im Beitrag „Die Wiege der Gruitener Kalkindustrie“. Dieser LINK führt direkt zu ihm.

Lothar Weller, 11.10.2022

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